Japanisches Glossar

Hier findet ihr Übersetzungen und Erklärungen zu Begriffen und Wörtern, die öfters in Kilians Podkost auftauchen und nicht jedesmal erklärt werden können.

Anime (アニメ)

Kurz für »animeeshon« (アニメーション). Der Abgekürzte Begriff steht ausschließlich für japanische Zeichentrickfilme, wohingegen der ausgeschriebene Begriff auch einfach nur »Animation« bedeuten kann. Anfangs inspiriert durch Disney hat sich in Japan eine ganz eigene Trickfilm-Kultur entwickelt, berühmteste historische Vertreter sind (in Japan) Osamu Tedzuka (手塚治虫) vor allem mit »Atomu*« (offiziell »Tetsuwan Atomu« 鉄腕アトム – Eisenarm Atomu, im Westen unter dem Namen »Astro Boy« vermarktet), Hayao Miyazaki (宮崎駿) mit zahllosen Kinohits, wobei sich wohl Totoro einen besonderen Platz in den Herzen der Kinder erobert hat, Tetsujin 28 (鉄人28号, im Westen als »Gigantor« vermarktet) ist vor allem für ältere Semester ein Begriff, Gundam (機動戦士ガンダム – »Mobile Suit Gundam«) sowie viele eher für kleinere Kinder gedachte Anime wie Anpan-Man für Kleinkinder, Pokémon (ポケモン kurz für »Pocket-Monsters«, ポケットモンスターズ) für Grundschüler. Die frühesten in Deutschland ausgestrahlten Anime waren »Heidi«, »die Biene Maya« sowie »Wickie und die starken Männer« als auch »Captain Future« in den späten Siebzigern.
*Ja, der Junge heißt übersetzt einfach nur »Atom«

Dasai (ダサい、ださい)

Die Herkunft dieses Wortes ist sehr misteriös, allerdings wird es sehr häufig verwendet. Es bedeutet uncool, nicht schick, schäbig, popelig, peinlich, altbacken.

Futon (布団)

Japanische traditionelle Schlafgelegenheit. Besteht aus einer oder mehreren Baumwollgefütterten Matratzen (»Shikibuton« 敷き布団), die zusammenlegbar bei Nichtgebrauch in einem Schrank (Oshiire, siehe dort) aufbewahrt werden und einer Decke (»Kakebuton« 掛け布団). Futon werden in der Regel immer auf Tatami-Matten gebraucht, weil diese relative weich, und durch die Luftdurchlässigkeit auch Feuchtigkeitsregulierend sind. Traditionelle Kopfkissen gibt es aus Ton, Holz (nicht mehr im Gebrauch) oder mit Buchweizenschrot (»Sobagara« 蕎麦殻), Baumwollwatte und diversen anderen Fruchthülsen als Füllung.

Gaijin (外人)

Umgangssprachliche Form von Gaikokujin (外国人) wörtlich »Ausländer«, impliziert aber oft einen nicht-asiatischen Ausländer.

Ganguro (ガングロ)

Wörtlich »schwarzes Gesicht« (顔黒). Ein Merkmal von Kogyals, das übertriebene bräunen oder auch schminken des Gesichts um besonders Sonnengebräunt zu wirken. Eine Art Rebellion gegen das immer noch vorherrschende japanische Schönheitsideal schneeweißer Haut (»Bihaku« 美白 – hübsches Weiß), die als edel und vornehm gilt. Der Ursprung dieser Mode liegt daring, dass früher das einfache Volk den ganzen Tag auf dem Feld verbrachte und so von der Japanischen Sonne stark gebräunte Haut hat – Adlige hingegen, die keine körperliche Arbeit im freien verrichten müssen, bleiben weiß. So steht weiße Haut für Eleganz und Adel, dunkle Haut dagegen für nicht-adlige Herkunft und niedrige Arbeit.

Geta (下駄)

Japanische Holzsandalen.

Hiragana (ひらがな)

Die Hiragana sind eine japanische Silbenschrift (eigentlich Morenschrift), neben Kanji und Katakana eine der drei Schriften der japanischen Sprache. Jedes Hiragana steht entweder für einen Kurzvokal oder einen Konsonanten mit folgendem Vokal, mit der Ausnahme des später hinzugefügten Zeichens ん (ein nasales »n«).

Katakana (カタカナ)

Die Katakana sind die zweite japanische Silbenschrift (bzw. eigtl. Morenschrift). Im Lautwert sind sie den Hiragana völlig gleich. Katakana werden für Fremdwörter, Fremdnamen, zur Hervorhebung oder anstatt besonders schwieriger Kanji verwendet (z.B. wissenschaftl. Namen von Pflanzen, Krankheiten etc.).

Katana (刀)

Das japanische Schwert, in Deutschland auch oft als Samurai-Schwert bezeichnet. Wurde allerdings auch von Nicht-Samurai geführt.

Kanji (漢字)

Die aus dem chinesischen übernommenen Schriftzeichen im Japanischen. Ein Japaner lernt in der Schule über 2000 Kanji, im alltäglichen Gebrauch sind ca. 3000 dieser Schriftzeichen. Die im japanischen verwendeten Kanji wurden teilweise nach dem Krieg in ihrer Form vereinfacht, allerdings anders als das Mainland-Chinesische, so dass es manchmal für ein und dasselbe chinesische Schriftzeichen drei »Versionen« gibt. Eine Japanisch-Vereinfachte, eine Chinesisch Vereinfachte (Mainland) und eine Traditionelle (Hong Kong, Taiwan). Z.B. Grün (midori) traditionell: 綠, jap. vereinfacht: 緑, chin. vereinfacht: 绿 oder Ki (geistige Energie) traditionell: 氣, jap. vereinfacht: 気, chin. vereinfacht: 气.

Keitai (携帯, ケイタイ, ケータイ)

Kurz für Keitai-Denwa (携帯電話), ein Handy. Wobei der Begriff »Keitai-« in Verbindung mit anderen Substantiven nichts anderes als »tragbar« heißt. Vgl. English »My portable«. Es gibt in Japan noch ein anderes System, PHS – Personal Handyphone System – oft abgekürzt als »Picchi« (ピッチ), das zwar ein paar Schwächen hat (schlechtere Verbindung wenn man sich schnell fortbewegt, schlechtere Verbindung außerhalb größerer Städte) allerdings billiger ist und generell klarer, besser klingt als Keitais. SMS existiert de facto nicht in Japan. Alle Keitai verwenden e-mail.

Kimono (着物)

Traditionelle japanische Bekleidung für Frauen und Männer. Besteht mindestens aus Unterwäsche (heutzutage Westlich), dem (Naga)Juban (長襦袢, eine art Unterkimono) und dem eigentlichen Kimono (meist aus Seide, im Winter auch bisweilen Wolle), sowie dem Obi (帯, ein breites festes Stoffband, das die Funktion eines Gürtels übernimmt) und bei Frauen noch die Obijime (帯締め, eine Schnur oder Bändel um den Obi zu fixieren). Wenn im Westen von Kimono gesprochen wird, handelt es sich in vielen Fällen eigentlich um eine Yukata.

Kogal, Kogyal, Gyal (コギャル auch oft nur ギャル)

Das Wort Gyal kommt vom englischen »girl« wird aber mittlerweile fast ausschließlich für junge japanische Mädchen verwendet, die sich auffällig poppig und grell kleiden. Sozusagen die jap. Mode-Avant Garde.

Die Vorsilbe »ko« kann je nach Schreibweise als »Kind« (子) oder auch als junges Mädchen interpretiert werden (娘 – wörtl. musume, also »Tochter« kann aber auch nach On-Lesung »ko« gelesen werden). Bei den (Ko)Gyal gibt es noch viele Untergruppen. Darunter besonders bekannt die (Ya)Mamba (siehe dort). Das Wort wurde rückimportiert in Europäische Sprachen, meist dann den Katakana entsprechen Gyal geschrieben. Will man im Japanischen heutzutage das neutrale Wort »girl« verwenden, benutzt man meist die Katakana-Umschrift ガール (gâl) um Missverständnisse zu vermeiden.

Mamba, Yamamba (マンバ, ヤマンバ)

Eine extreme Variation des Ganguro, wo man nicht nur stark gebräunte Gesichter hat, sondern durch starkes Schminken und übertriebens Weißhöhen der Augenlider den Effekt noch verstärkt (in Kombination mit fast weißgebleichten Haaren). Der Begriff ist eigentlich eine Verspottung, denn das Aussehen der Mädchen wird mit einer Yamamba (山姥) verglichen – ein böser Berggeist in der Form eines häßlichen alten Weibs (ähnlich einer Hexe), der tief in den Bergen wohnt und arglose Wanderer auffrisst. Die Kurzform Mamba ist heute recht üblich gängig.

Manga (マンガ, 漫画)

Japanische Comics. Obwohl durch den Einfluss von Disney und westlicher Popkultur entstanden verwenden japanische Manga interessanterweise fast ausschließlich die traditionelle senkrechte Schreibweise und werden daher zwangsläufig »links« aufgeschlagen (also das Heft fängt für Europäer »von hinten« an). Auch Übersetzungen in Europäische Sprachen verwenden oft dieses Layout, wenn es auch bei Lateinschrift überhaupt keinen Sinn macht und Typgographisch sogar kompletter Blödsinn ist, um dem Manga ein authentisches Feeling zu verleihen.

Mendō / Mendōkusai (面倒・面倒臭い)

Mendõ ist ein Na-Adjektiv dessen Kanji wörtlich »das Gesicht fällt um« bedeuten. Sinnlich bedeutet es: mühsam, unliebsam, umständlich. Wenn man das adjektiv kusai (臭い – also etwas das stinkt) anfügt, ist das eine saloppe Betonung des Negativen, außerdem wird es dadurch umgangssprachlich (so auch: »aho« Idiot, »ahokusai« bescheuert, »ahorashii« idiotisch).

Oshiire (押入)

Ein Schrank bzw. Regal, der in die Wand eingelassen ist und normalerweise tief Genug ist, mehrere Futon aufzunehmen. Wegen der großen Tiefe bevorzugt von Kindern als Versteck bzw. Zufluchtsort in Horrorfilmen verwendet.

Lesarten, On-Lesung, Kun-Lesung

Kanji (siehe dort) haben meist mindestens zwei Lesarten im Japanischen. Die On-Lesung (auch Sino-Japanische Lesung) basiert auf der ursprünglichen Leseweise des Schriftzeichen im Chinesischen (d.h. im Chinesischen zu der Zeit, als das Schriftzeichen nach Japan kam), wobei die Kun-Lesung die »Ur«-Japanische Lesung ist, wo dem Schriftzeichen einfach ein rein Japanisches Wort gleichgesetzt wird.

Berg Fuji, Fujisan, Fujiyama (autsch)

In den meisten Fällen werden bei mehreren Schriftzeichen, die ein Wort ergeben Lesarten nicht gemischt (allerings gibt es Ausnahmen). Daher Liest man das Schriftzeichen für »Berg« (山) beim Berg Akagi (赤城山) als »Akagiyama« (alles Kun-Lesung), beim höchsten Berg in Japan aber Fujisan (富士山), da alles On-Lesung.
Das hat also gar nichts mit Ehrerbietung zu tun, wie oft fälschlich behauptet wird, denn das ehrerbietende -san am Ende von Namen ist eine eher laxe Form von »sama« (様), und wäre für einen heiligen Berg viel zu profan und völlig unangebracht. Es sagt ja auch niemand Tenno-san, selbst Tennô-sama ist wenig gebräuchlich (eigentlich nur hin und wieder in der 3. Person), dann eher schon Tennô Heika (天皇陛下) (3. Person) oder bei direkter Anrede (sollte man die seltene Gelegenheit haben!) »Tennô Heika-sama« (天皇陛下様).

Otaku (おたく, オタク auch ヲタク)

Anhänger einer Subkultur (ursprünglich Manga und Anime, mittlerweile für jede Subkultur verwendbar). Das Wort wurde ursprünglich als eine der vielen Begriffe für die 2. Person in Japan verwendet (お宅様 »otaku-sama«) und findet seinen Ursprung im Yamanote-Dialekt von Tokyo. In den 80er Jahren wurden zuerst Manga-Fans als »Otaku« (damals noch in Kanji, 御宅) adressiert. Heutzutage wird der Begriff in Hiragana oder Katakana geschrieben. Die dritte Schreibweise (ヲタク) benutzt das heutzutage außer gebrauch gekommene Katakana »wo« und wird vor allem von den Otaku selbst verwendet (auch abgekürzt ヲタ), wohingegen die ersten beiden Schreibweisen eher gebraucht werden, wenn nicht-Otaku über Otaku schreiben.

Rômaji (ローマ字)

Wörtlich »Rom-Schrift«, die Lateinschrift.

Tatami (畳)

Reisstrohmatten, mit denen früher Häuser komplett ausgelegt waren. Ärmere Leute hatten nur Holzdielenböden. Heutzutage werden komplette Tatami-Zimmer immer seltener, aber viele Mietwohnungen haben zumindest noch eine Tatami-Ecke auf der man seinen Futon (siehe dort) ausbreiten kann, bzw. sich ansonsten bequem am Boden fläzen kann (prima zum Fernsehgucken).

Yukata (浴衣)

Wenn man die Kanji wörtlich liest, ein »Bademantel« im weitesten Sinne. Ein einlagiger dünner »Baumwollkimono« aus einem Gaze-Ähnlichen Stoff. Heutzutage wird die Yukata vor allem von Sumo-Ringern, als lockere Kleidung im Hotel/Onsen getragen, oder auch im Sommer wegen der großen Hitze und Luftfeuchtigkeit, die das Tragen selbst von dünneren Sommer-Kimonos doch recht unerträglich macht. Es gibt Yukata für Männer und Frauen. Meist haben Yukata große kontrastreiche Muster aufgedruckt, entweder Indigo auf weißem Gazestoff oder umgegehrt, vermehrt auch sehr grelle und bunte Muster. Dazu farbintensive Obi (Gürtel). Wird oft fälschlich als Kimono bezeichnet.