KiPo 22: Harakiri, eben nicht
Kategorien: Podkost
Heute geht es um Harakiri (bzw. »Seppuku«, wie der Term korrekt auf Japanisch heißt). Es gibt viele Neuigkeiten zu berichten, außerdem erkläre ich, wie man 5000 Schriftzeichen auf einer 106-Tasten-Tastatur sogar einhändig tippen kann.
Kommentare (7)
Links zu dieser Episode:
- The Core mit »Mobius Triplet«
- Seppuku Information Auf Deutsch, mit Bildern (Holzdrucke natürlich!)
- Seppuku in der Wikipedia Mit Vorsicht genießen, Wikipedia Beiträge sind oft inkorrekt und mit Fehlern behaftet









Dr. Bull meinte am 10.10.2005 um 12:30 Uhr:
Lieber Kilian,
Ich habe Deine Kotoba-Quiz und Dein Zipangu gehört und finde beide erstklassig. Eigentlich zu schade für die Anderen! So etwas würde doch Deine Podkost auch NOCH interesssanter, unterhaltsamer und abwechslungsreicher machen!
Grüße, Dein Doctor Bull
Kilian Muster meinte am 11.10.2005 um 2:07 Uhr:
Ich hatte auf dieser neuen Seite von Anfang an die Kategorien Kotoba Quiz und Kilians Zipangu erstellt und vorgehabt, sie auch auf diese Seite hochzuladen, hatte bisher nur keine Zeit.
Jetzt stehen die aktuellsten Folgen zur Verfügung. Downloaden so lange sie noch warm sind ;-)
Peter Ruch meinte am 21.11.2005 um 13:29 Uhr:
Zum Thema Harakiri, nach meinem Wissen geht der Begriff Harakiri auf James Clavelles
Shogunzurück. Dort wurde das Schriftzeichen missverstanden und seit der Zeit immer wieder fälschlicherweise für Seppuku benutzt. Selbst(oder gerade dort) bei "Wer wird Millionär" wurde die Frage nach dem rituellen Selbstmord der Japaner mit der falschen Antwort Harakiri beantwortet.Kilian Muster meinte am 21.11.2005 um 16:29 Uhr:
Das komische ist, daß man Seppuku "切腹" schreibt, Harakiri müßte man aber "腹切り" schreiben (also die Reihenfolge der Zeichen wäre umgekehrt und es folgt ein Okurigana).
Natürlich gibt es die Redewendung "Hara wo kiru" (腹を切る), was "sich den Bauch aufschlitzen", "Seppuku begehen" bedeutet, aber eben gerade "Harakiri" als alleinstehender Begriff wird nicht gebraucht.
Das zeigt mal wieder, daß James Clavell keine Ahnung von Japan und dessen Kultur hat und das Buch »Shôgun« wirklich zu vermeiden ist. Ich habe nur die Verfilmung gesehen, und ich muß sagen, schlimmer mißverstehen kann man Japan kaum noch.
Thomas meinte am 23.11.2005 um 5:42 Uhr:
Das mit Clavell kann so nicht stimmen. Ich kese gerade Inazano Nitobes "Bushido – The Soul of Japan" und der schreibt in seiner Einleitung seines Kapitels ueber Selbstmord: "To begin with suicide, let me state that I confine my observations only to seppuku or kappuku, populary known as hara-kiri – which means self-immolation by disembowelment". Das Buch ist von 1905 und ein Uebersetzungsfehler kann es nicht sein, da der Mann es auf Englisch geschrieben hat.
Im Nelson Kanji-Lexikon wird "腹切" mit der Lesung "haraki(ri)" und der Uebersetzung "Suicide by disembowelment" angegeben. Und 'to disembowele' kann man mit "ausweiden" oder "Bauch aufschlitzen" uebersetzen.
"切腹" fuehrt Nelson mit der Lesung "seppuku" und interessanterweise mit den Uebersetzungen "disembowelment" und "harakiri" auf…
Was die eigentliche Herkunft des Wortes "harakiri" angeht, bringt das nicht viel, Clavell kann man es aber wohl nicht in die Schuhe schieben.
Peter Ruch meinte am 25.11.2005 um 13:35 Uhr:
Das ist wirklich schade, ich hätte es so gerne Clavell in die Schuhe geschoben. Na dann muss ich wohl noch mal weitersuchen. Liebe Grüße aus Köln
bo meinte am 14.03.2007 um 16:02 Uhr:
Hallo! Du hast vergessen zu erwähnen, dass man unter Windows XP zur japanischen Schrifteingabe nicht unbedingt extra Programme braucht. Dazu gibt es die Microsoft IME, die auf der Windows-CD ist und verfügbar ist, sobald man das ostasiatische Sprachpaket installiert hat und Japanisch als Tastaturlayout hinzugefügt hat. Die funktioniert auch genauso wie von dir beschrieben ^^ Benutze ich persönlich sehr häufig!
Ansonsten weiter so! Höre deinen Podcast sehr gerne! ^.^v
またね!